Schwerpunkte
Neuroendoskopie
Die Anwendung endoskopischer Verfahren im Bereich der kranialen und spinalen Neurochirurgie ist der Hauptschwerpunkt unserer Klinik. Herr Prof. Dr. Joachim Oertel verfügt über jahrelange klinische Erfahrung im Bereich der Neuroendoskopie, die mit weltweit herausragenden Forschungsergebnissen belegt werden kann. In jährlich stattfindenden Workshops vermitteln Herr Prof. Dr. Joachim Oertel und sein Team internationalen Teilnehmern Kenntnisse der spinalen und kranialen Neuroendoskopie.
Wir bieten Ihnen Informationen zu unseren Schwerpunkten und Behandlungsangeboten und Verweise auf weitere Krankheitsbilder, die in unserer Klinik therapiert werden. Wir stehen selbstverständlich gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Eine Terminvereinbarung in der neurochirurgischen Hochschulambulanz oder Privatambulanz sind zeitnah möglich.
Besonderheiten unserer Klinik
Endoskopische Verfahren in Kopf- und Wirbelsäulenoperativen sind Hauptschwerpunkte der Klinik
In jährlichen internationalen Kursen und kongressen wird die Expertise über minimalinvasive und neuroendoskopische Techniken an ärztliche Teilnehmer weitervermittelt
Der Forschungsschwerpunkt auf Entwicklung und weiterentwicklung der endoskopischen Verfahren stellt jederzeit die modernste operative Behandlung sicher
Hydrocephalus
Als Hydrocephalus bezeichnet man den Aufstau von Hirnwasser im Gehirn, der in den meisten Fällen durch eine Störung des Abflusses bedingt ist und zu einem lebensgefährlichen Druckanstieg innerhalb des Schädels führen kann. In Abhängigkeit von der individuell zugrunde liegenden Ursache des Hydrocephalus stehen verschiedene operative Therapieoptionen zur Verfügung, beispielsweise die temporäre Liquorableitung nach außen (externe Ventrikeldrainage) oder die dauerhafte Ableitung von Liquor in die Bauchhöhle oder in den rechten Herzvorhof (ventrikuloperitonealer bzw. ventrikuloatrialer Shunt). Insbesondere bei atypischen anatomischen Verhältnissen kann die Operation endoskopisch durchgeführt werden. Das bedeutet, der Katheter, der in den inneren Liquorräumen platziert wird, kann zur sofortigen Lagekontrolle unter endoskopischer Sicht eingebracht werden.
Ist der Aufstau des Hirnwassers durch ein Abflusshindernis bedingt, besteht die Möglichkeit einer vollendoskopischen Behandlung zur dauerhaften inneren Liquorableitung. Die endoskopische Fensterung des Bodens der dritten Hirnkammer (endoskopische Drittventrikulostomie, ETV) ist dabei eine der zentralen Techniken zur Wiederherstellung des Nervenwasserkreislaufs. Sollte zusätzlich zur Offenhaltung der inneren Liquorräume ein Katheter oder ein Stent erforderlich sein, kann dieser ebenfalls sicher unter endoskopischer Sicht platziert werden.
Sämtliche operativen Verfahren können auch mit herkömmlichen mikrochirurgischen Eingriffen kombiniert werden, beispielsweise im Rahmen von Tumoroperationen oder Zystenfensterungen. Gerne beraten wir Sie individuell, welches Verfahren für Sie infrage kommt.
Mehr zum Themenbereich Hydrocephalus
Oertel JM, Mondorf Y, Baldauf J, Schroeder HW, Gaab MR.
Endoscopic third ventriculostomy for obstructive hydrocephalus due to intracranial hemorrhage with intraventricular extension.
J Neurosurg. 2009 Dec;111(6):1119-26. doi: 10.3171/2009.4.JNS081149. PMID: 19425883.
Oertel J, Linsler S, Emmerich C, Keiner D, Gaab M, Schroeder H, Senger S.
Results of Combined Intraventricular Neuroendoscopic Procedures in 130 Cases with Special Focus on Fornix Contusions.
World Neurosurg. 2017 Dec;108:817-825. doi: 10.1016/j.wneu.2017.09.045. Epub 2017 Sep 18. PMID: 28927916.
Oertel JM, Wagner W, Mondorf Y, Baldauf J, Schroeder HW, Gaab MR.
Endoscopic treatment of arachnoid cysts: a detailed account of surgical techniques and results.
Neurosurgery. 2010 Sep;67(3):824-36. doi: 10.1227/01.NEU.0000377852.75544.E4. PMID: 20683213.
Oertel J, Radtke K.
Purely Endoscopic Treatment for Arachnoid Cysts. Adv Tech Stand
Neurosurg. 2024;52:105-118. doi: 10.1007/978-3-031-61925-0_8. PMID: 39017789.
Oertel JM, Baldauf J, Schroeder HW, Gaab MR.
Endoscopic cystoventriculostomy for treatment of paraxial arachnoid cysts.
J Neurosurg. 2009 Apr;110(4):792-9. doi: 10.3171/2008.7.JNS0841. PMID: 19072309.
Antes S, Tschan CA, Heckelmann M, Salah M, Senger S, Linsler S, Oertel J.
Endoscopic-Assisted Burr Hole Reservoir and Ventricle Catheter Placement.
World Neurosurg. 2017 May;101:11-19. doi: 10.1016/j.wneu.2017.01.095. Epub 2017 Feb 4. PMID: 28179179.
Antes S, Linsler S, Salah M, Senger S, Oertel J.
Intra-catheter endoscopy for various shunting procedures-a retrospective analysis on surgical practicability, catheter placement, and failure rates.
Acta Neurochir (Wien). 2017 Oct;159(10):1991-1998. doi: 10.1007/s00701-017-3264-3. Epub 2017 Jul 10. PMID: 28695446.
Senger S, Antes S, Salah M, Tschan C, Linsler S, Oertel J.
The view through the ventricle catheter - The new ShuntScope for the therapy of pediatric hydrocephalus.
J Clin Neurosci. 2018 Feb;48:196-202. doi: 10.1016/j.jocn.2017.10.046. Epub 2017 Nov 6. PMID: 29102235.
Schroeder HW, Oertel J, Gaab MR.
Incidence of complications in neuroendoscopic surgery.
Childs Nerv Syst. 2004 Nov;20(11-12):878-83. doi: 10.1007/s00381-004-0946-y. Epub 2004 Jun 5. PMID: 15185113.
Hirntumore
Die Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums des Saarlandes bietet das vollständige Spektrum der Diagnostik und Therapie von Tumoren des zentralen Nervensystems und seiner Hüllstrukturen an.
Wenn Tumoren Beschwerden verursachen oder zufällig im Rahmen einer kranialen Bildgebung entdeckt werden, ist in den meisten Fällen eine operative Abklärung erforderlich. Eine sichere Diagnose kann nur durch die Entnahme einer Gewebeprobe gestellt werden. Häufig lässt sich die vollständige Entfernung des Tumors in derselben Operation mit der Gewebeentnahme verbinden.
Die Gewebeentnahme kann mikrochirurgisch, stereotaktisch (Verweis: Stereotaxie) oder endoskopisch erfolgen. Durch die minimalinvasiven Techniken der stereotaktischen oder endoskopischen Biopsie kann umliegendes gesundes Gewebe bestmöglich geschont werden.
Die operative Entfernung (Resektion) von Hirntumoren erfolgt in den meisten Fällen mikrochirurgisch. Für bestimmte Tumoren – insbesondere im Bereich der Schädelbasis oder der Hirnkammern – stehen vollendoskopische Resektionsverfahren zur Verfügung. Die endoskopische Biopsie und/oder Tumorresektion komplex gelegener Tumoren des Hirnkammersystems zählt seit vielen Jahren zu den Behandlungsschwerpunkten unserer Klinik.
Ein weiterer klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt ist die operative Behandlung von Hypophysenadenomen, bei der ein schonender Zugang über die Nasennebenhöhlen genutzt werden kann.
Endoskopische Verfahren werden bei Bedarf auch mit mikrochirurgischen Techniken kombiniert. Besonders bei Tumoren im Bereich der Schädelbasis – wie Meningeomen oder Vestibularisschwannomen – ermöglichen Endoskope eine erweiterte Sicht auf schwer zugängliche Strukturen. So kann eine möglichst vollständige und zugleich sichere Tumorentfernung gewährleistet werden.
Mehr zum Themenbereich Hirntumoren
Teping F, Oertel J.
The minimally invasive transventricular endoscopic approach to third ventricular lesions in pediatric patients-all-rounder with limitations?
Childs Nerv Syst. 2023 Dec;39(12):3381-3389. doi: 10.1007/s00381-023-06096-8. Epub 2023 Jul 29. PMID: 37515720; PMCID: PMC10684406.
Teping F, Oertel J.
Considerations on surgical strategies and associated risk profiles for endoscopic tumor biopsies within the third ventricle and periaqueductal region.
Childs Nerv Syst. 2023 Dec;39(12):3407-3414. doi: 10.1007/s00381-023-06122-9. Epub 2023 Sep 8. PMID: 37682304; PMCID: PMC10684420.
Senger S, Radtke K, Oertel J.
Full Endoscopic Transcranial Resection of Meningiomas.
Adv Tech Stand Neurosurg. 2024;52:129-138. doi: 10.1007/978-3-031-61925-0_10. PMID: 39017791.
Oertel J, Gaab MR, Tschan CA, Linsler S.
Mononostril endoscopic transsphenoidal approach to sellar and peri-sellar lesions: Personal experience and literature review.
Br J Neurosurg. 2015;29(4):532-7. doi: 10.3109/02688697.2015.1014997. Epub 2015 May 12. PMID: 25968326.
Oertel JM, Baldauf J, Schroeder HW, Gaab MR.
Endoscopic options in children: experience with 134 procedures.
J Neurosurg Pediatr. 2009 Feb;3(2):81-9. doi: 10.3171/2008.11.PEDS0887. PMID: 19278304.
Vaskuläre Neurochirurgie
Das Fachgebiet der vaskulären Neurochirurgie befasst sich mit Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn. Dazu zählen unter anderem Gefäßaussackungen (Aneurysmen), die bei einer Ruptur lebensgefährliche Hirnblutungen verursachen können. Ebenso werden Gefäßmissbildungen wie arteriovenöse Malformationen (AVM), Kavernome oder arteriovenöse Fisteln (AV-Fisteln) in diesem Bereich behandelt.
Ist eine operative Behandlung erforderlich, werden Aneurysmen oder Fisteln mikrochirurgisch verschlossen, während Kavernome oder arteriovenöse Malformationen vollständig entfernt werden.
Durch die Kombination mikrochirurgischer und endoskopisch-assistierter Verfahren kann der operative Zugangsweg deutlich verkleinert und das chirurgische Trauma reduziert werden. Dies führt zu einer schnelleren Wundheilung und besseren kosmetischen Ergebnissen. Bei der operativen Versorgung nicht rupturierter Aneurysmen kann in vielen Fällen eine sehr kleine Schädelöffnung im Bereich der Augenbraue gewählt werden, die einen besonders schonenden Zugang ermöglicht.
Der Einsatz moderner Endoskope erlaubt die hochauflösende Darstellung von Strukturen an der Schädelbasis. Gewinkelte Optiken erweitern das Sichtfeld des Operateurs und ermöglichen den sicheren Einblick in schwer zugängliche Bereiche. So können umliegende Hirnstrukturen bestmöglich geschont werden – ein entscheidender Faktor insbesondere in empfindlichen Regionen wie dem Hirnstamm, der maßgeblich das neurologische Behandlungsergebnis beeinflusst.
Der Einsatz von Neuroendoskopen bei vaskulären Erkrankungen des Gehirns stellt einen langjährigen klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkt von Prof. Dr. Joachim Oertel und seinem Team dar.
Mehr zum Themenbereich Vaskuläre Neurochirurgie
Reisch R, Fischer G, Stadie A, Kockro R, Cesnulis E, Hopf N.
The supraorbital endoscopic approach for aneurysms.
World Neurosurg. 2014 Dec; 82(6 Suppl):S130-7. doi: 10.1016/j.wneu.2014.07.038.
Fischer G, Oertel J, Perneczky A.
Endoscopy in aneurysm surgery.
Neurosurgery. 2012 Jun;70(2 Suppl Operative):184-90; discussion 190-1.
Fischer G, Stadie A, Reisch R, Hopf NJ, Fries G, Böcher-Schwarz H, van Lindert E, Ungersböck K, Knosp E, Oertel J, Perneczky A.
The keyhole concept in aneurysm surgery: results of the past 20 years.
Neurosurgery. 2011 Mar;68(1 SupplOperative):45-51; discussion 51
Fischer G, Rediker J, Oertel J.
Endoscope- versus microscope-integrated near-infrared indocyanine green videoangiography in aneurysm surgery.
J Neurosurg. 2018 Oct 1:1-10. doi: 10.3171/2018.4.JNS172650. Epub ahead of print. PMID: 30485185.
Hendrix P, Fischer G, Krug J, Linnebach AC, Simgen A, Griessenauer CJ, Burkhardt BW, Oertel J.
Olfactory dysfunction in patients undergoing supraorbital keyhole craniotomy for clipping of unruptured aneurysms.
Clin Anat. 2020 Mar;33(2):316-323. doi: 10.1002/ca.23529. Epub 2019 Dec 14. PMID: 31769083.
Oertel, J. & Fischer, G.
Minimally Invasive and Endoscopically Assisted Clipping of an Anterior Communicating Artery Aneurysm: Supraorbital Keyhole Approach.
(Springer International Publishing, Cham, 2023). doi:10.1007/978-3-031-44366-4.
Oertel J, Fischer G, Linsler S, Huelser M, Sippl C, Teping F.
Endoscope-assisted resection of brainstem cavernous malformations.
Neurosurg Rev. 2022 Aug;45(4):2823-2836. doi: 10.1007/s10143-022-01793-5. Epub 2022 May 2. PMID: 35499666; PMCID: PMC9349151.
Arachnoidalzysten
Arachnoidalzysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, die von Membranen der weichen Hirnhaut umgeben sind. Sie enthalten Hirnwasser (Liquor) und sind in den meisten Fällen angeboren, können jedoch auch im Verlauf erworben werden, beispielsweise nach einem Schädel-Hirn-Trauma.
Viele dieser Zysten bleiben symptomlos und werden zufällig im Rahmen bildgebender Untersuchungen entdeckt. Verursacht eine Arachnoidalzyste jedoch Beschwerden – etwa durch Druck auf angrenzende Hirnstrukturen – oder zeigt sich in speziellen radiologischen Untersuchungen (z. B. Zisternographie) eine Trennung von der regulären Liquorzirkulation, kann eine operative Behandlung erforderlich sein.
Neben klassischen mikrochirurgischen Verfahren bietet die endoskopische Zystenfensterung eine besonders schonende, minimal-invasive und gleichzeitig effektive Behandlungsmethode. Dabei wird die Zystenwand unter endoskopischer Sicht geöffnet und eine Verbindung zu den natürlichen Hirnkammern geschaffen, um den Druck innerhalb der Zyste dauerhaft zu entlasten.
Bei Bedarf können zusätzlich Katheter eingelegt werden, die die neu geschaffene Verbindung offenhalten und so einen erneuten Flüssigkeitsaufstau verhindern.
Neben Arachnoidalzysten können auch andere intrakranielle Zysten – etwa Kolloidzysten innerhalb der Hirnkammern – erfolgreich mit endoskopischen Techniken behandelt werden.
Mehr zum Themenbereich Arachnoidalzysten
Oertel J, Radtke K.
Purely Endoscopic Treatment for Arachnoid Cysts.
Adv Tech Stand Neurosurg. 2024;52:105-118. doi: 10.1007/978-3-031-61925-0_8. PMID: 39017789.
Oertel JM, Baldauf J, Schroeder HW, Gaab MR.
Endoscopic cystoventriculostomy for treatment of paraxial arachnoid cysts.
J Neurosurg. 2009 Apr;110(4):792-9. doi: 10.3171/2008.7.JNS0841. PMID: 19072309.
Oertel JM, Wagner W, Mondorf Y, Baldauf J, Schroeder HW, Gaab MR.
Endoscopic treatment of arachnoid cysts: a detailed account of surgical techniques and results.
Neurosurgery. 2010 Sep;67(3):824-36. doi: 10.1227/01.NEU.0000377852.75544.E4. PMID: 20683213.
Oertel J, Linsler S, Wagner W, Gaab M, Schroeder H, Rediker J.
Endoscopic Treatment of Intracranial Arachnoid Cysts: A Retrospective Analysis of a 25-Year Experience.
Oper Neurosurg (Hagerstown). 2020 Dec 15;20(1):32-44. doi: 10.1093/ons/opaa292. PMID: 33017463.
Hendrix P, Senger S, Griessenauer CJ, Simgen A, Linsler S, Oertel J.
Preoperative Navigated Transcranial Magnetic Stimulation and Tractography to Guide Endoscopic Cystoventriculostomy: A Technical Note and Case Report.
World Neurosurg. 2018 Jan;109:209-217. doi: 10.1016/j.wneu.2017.09.185. Epub 2017 Oct 5. PMID: 28989044.
Spinale Neurochirurgie (Wirbelsäule)
Endoskopische Verfahren finden auch im breiten Feld der spinalen Neurochirurgie vielfältige Anwendung. Dabei wird zwischen vollendoskopischen Systemen und tubulären endoskopischen Verfahren unterschieden. Beide Techniken bieten gegenüber der konventionellen Methode den Vorteil eines deutlich kleineren Hautschnitts und geringeren Gewebetraumas sowie eine direkte Visualisierung des Bandscheibengewebes und der Nervenstrukturen.
Behandelt werden können unter anderem Wurzelkompressionssyndrome, die mit starken Schmerzen und teilweise schweren neurologischen Defiziten einhergehen. Bei jüngeren Patientinnen und Patienten sind diese häufig durch Bandscheibenvorfälle bedingt.
Bei älteren Menschen kann es zu einer Verengung des Spinalkanals kommen, vor allem im Bereich der Hals- oder Lendenwirbelsäule. Neben der mikrochirurgischen Technik kann die Dekompression des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln auch mittels tubulärer endoskopischer Verfahren erfolgen. Sollte eine fusionierende Operation erforderlich sein, kann auch der damit verbundene Bandscheibenersatz endoskopisch durchgeführt werden.
Prof. Dr. Joachim Oertel verfügt über langjährige Expertise im Bereich der spinalen Endoskopie. Von 2021 bis 2025 war er Präsident der International Society for Minimal Intervention in Spine Surgery (ISMISS). Er war wesentlich an der Entwicklung der tubulären Endoskopie-Systeme EasyGO! und EasyGO! II für die Karl Storz GmbH beteiligt.
In jährlich am Universitätsklinikum des Saarlandes stattfindenden Kursen vermittelt er seine Kenntnisse der spinalen Neuroendoskopie einem internationalen Fachpublikum.
Mehr zum Thema Spinale Neurochirurgie (Wirbelsäule)
Burkhardt BW, Oertel JM.
Endoscopic spinal surgery using a new tubular retractor with 15 mm outer diameter.
Br J Neurosurg. 2019 Oct;33(5):514-521. doi: 10.1080/02688697.2019.1584269. Epub 2019 Mar 18. PMID: 30882248.
Burkhardt BW, Müller S, Oertel JM.
Influence of Prior Cervical Surgery on Surgical Outcome of Endoscopic Posterior Cervical Foraminotomy for Osseous Foraminal Stenosis.
World Neurosurg. 2016 Nov;95:14-21. doi: 10.1016/j.wneu.2016.07.075. Epub 2016 Jul 30. PMID: 27481598.
Oertel JM, Philipps M, Burkhardt BW.
Endoscopic Posterior Cervical Foraminotomy as a Treatment for Osseous Foraminal Stenosis.
World Neurosurg. 2016 Jul;91:50-7. doi: 10.1016/j.wneu.2016.02.073. Epub 2016 Mar 15. PMID: 26987632.
Burkhardt BW, Wilmes M, Sharif S, Oertel JM.
The visualization of the surgical field in tubular assisted spine surgery: Is there a difference between HD-endoscopy and microscopy?
Clin Neurol Neurosurg. 2017 Jul;158:5-11. doi: 10.1016/j.clineuro.2017.04.010. Epub 2017 Apr 11. PMID: 28414959.
Burkhardt BW, Oertel JM.
The Learning Process of Endoscopic Spinal Surgery for Degenerative Cervical and Lumbar Disorders Using the EasyGO! System.
World Neurosurg. 2018 Nov;119:479-487. doi: 10.1016/j.wneu.2018.06.206. Epub 2018 Jul 3. PMID: 30282595.
Oertel JM, Burkhardt BW.
Microendoscopic Surgery for Degenerative Disorders of the Cervical and Lumbar Spine: The Influence of the Tubular Workspace on Instrument Angulation, Clinical Outcome, Complications, and Reoperation Rates.
J Pers Med. 2023 May 30;13(6):912. doi: 10.3390/jpm13060912. PMID: 37373901; PMCID: PMC10305584.
Oertel JM, Burkhardt BW.
Endoscopic Surgical Treatment of Lumbar Synovial Cyst: Detailed Account of Surgical Technique and Report of 11 Consecutive Patients.
World Neurosurg. 2017 Jul;103:122-132. doi: 10.1016/j.wneu.2017.02.075. Epub 2017 Feb 27. PMID: 28249826.
Müller SJ, Burkhardt BW, Oertel JM.
Management of Dural Tears in Endoscopic Lumbar Spinal Surgery: A Review of the Literature.
World Neurosurg. 2018 Nov;119:494-499. doi: 10.1016/j.wneu.2018.05.251. Epub 2018 Jun 12. PMID: 29902608.
Oertel JM, Burkhardt BW.
Full endoscopic treatment of dural tears in lumbar spine surgery.
Eur Spine J. 2017 Oct;26(10):2496-2503. doi: 10.1007/s00586-017-5105-8. Epub 2017 May 20. PMID: 28528480.
Burkhardt BW, Oertel JM.
Endoscopic Posterior Cervical Foraminotomy: 2-Dimensional Operative Video.
Oper Neurosurg (Hagerstown). 2020 Feb 1;18(2):E41. doi: 10.1093/ons/opz131. PMID: 31245821.
Oertel JM, Mondorf Y, Gaab MR.
A new endoscopic spine system: the first results with "Easy GO".
Acta Neurochir (Wien). 2009 Sep;151(9):1027-33. doi: 10.1007/s00701-009-0454-7. Epub 2009 Jul 24. PMID: 19629376.
Oertel JM, Burkhardt BW.
Endoscopic Translaminar Approach for Resection of Migrated Lumbar Disc Herniation.
World Neurosurg. 2019 Aug;128:365. doi: 10.1016/j.wneu.2019.05.020. Epub 2019 May 10. PMID: 31082557.
Periphere Nerven
Die operative Behandlung peripherer Nervenkompressionssyndrome, insbesondere des Karpaltunnel- und Kubitaltunnelsyndroms kann in vielen Fällen in endoskopischer Technik erfolgen. Die Anwendung des Endoskops bietet den Vorteil eines kleineren Hautschnitts und verkürzter Heilungszeit, welche insbesondere im Bereich der Hände von herausragender Bedeutung für die Lebensqualität ist. Eigene Langzeitstudien zur Erfassung des Outcomes endoskopischer Dekompression des Nervus medianus im Karpaltunnel bestätigten den Nutzen der Technik.
Mehr zum Themenbereich Periphere Nerven
(Nervenkompressionssyndrome, Tumoren und Nervenverletzungen)
Oertel J, Schroeder HW, Gaab MR.
Dual-portal endoscopic release of the transverse ligament in carpal tunnel syndrome: results of 411 procedures with special reference to technique, efficacy, and complications.
Neurosurgery. 2006 Aug;59(2):333-40; discussion 333-40. doi: 10.1227/01.NEU.0000223500.25131.99. PMID: 16883173.
Keiner D, Gaab MR, Schroeder HW, Oertel J.
Long-term follow-up of dual-portal endoscopic release of the transverse ligament in carpal tunnel syndrome: an analysis of 94 cases.
Neurosurgery. 2009 Jan;64(1):131-7; discussion 137-8. doi: 10.1227/01.NEU.0000335784.90217.9D. PMID: 19145161.
Senger S, Keiner D, Schwerdtfeger K, Oertel J.
Imaging of Microhemodynamics in Peripheral Nerves by Contact Endoscope.
World Neurosurg. 2019 Jun;126:e1302-e1308. doi: 10.1016/j.wneu.2019.03.081. Epub 2019 Mar 18. PMID: 30898754.
Oertel J, Keiner D, Gaab MR.
Endoscopic decompression of the ulnar nerve at the elbow.
Neurosurgery. 2010 Apr;66(4):817-24; discussion 824. doi: 10.1227/01.NEU.0000367551.41503.58. PMID: 20305500.
Stadie AT, Keiner D, Fischer G, Conrad J, Welschehold S, Oertel J.
Simple endoscopic decompression of cubital tunnel syndrome with the Agee system: anatomic study and first clinical results.
Neurosurgery. 2010 Jun;66(6 Suppl Operative):325-31; discussion 331-2. doi: 10.1227/01.neu.0000369949.97016.b1. PMID: 20514691.
Keiner D, Tschabitscher M, Welschehold S, Oertel J.
Anterior interosseous nerve compression syndrome: is there a role for endoscopy?
Acta Neurochir (Wien). 2011 Nov;153(11):2225-9. doi: 10.1007/s00701-011-1091-5. Epub 2011 Jul 23. PMID: 21786008.
Neuroendoskopie bei Kindern und Jugendlichen
Die Vorteile neuroendoskopischer Operationsverfahren sind bei Kindern und Jugendlichen besonders bedeutend. Das Anwendungsgebiet der Neuroendoskopie umfasst sämtliche Behandlungsoptionen bei Störungen der Liquorzirkulation. Besonders wichtig ist die intraventrikuläre Endoskopie, beispielsweise zur Spülung der Hirnkammern bei intraventrikulären Blutungen.
Auch Tumore des zentralen Nervensystems treten bei Kindern und Jugendlichen auf. Zur besseren Visualisierung und zum Schutz des umliegenden Gewebes setzt die Klinik für Neurochirurgie des Saarlandes endoskopisch-assistierte sowie vollendoskopische Techniken ein.
Spezielle Erkrankungen der Kinderneurochirurgie, wie die frühzeitige Verknöcherung der Schädelnähte (Kraniosynostose), werden in unserer Klinik ebenfalls endoskopisch und schonend behandelt.
Weiterführende Informationen zu neurochirurgischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter sowie zu den angebotenen Therapieoptionen finden Sie auf den Seiten der Kinderneurochirurgie des Universitätsklinikums des Saarlandes.
Mehr zum Themenbereich Neuroendoskopie bei Kindern und Jugendlichen
Ansprechpersonen

Prof. Dr. med. Joachim Oertel
Klinikleitung
Neurochirurgie




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Die Sprechstunde steht Ihnen im Rahmen unserer Hochschulambulanz bzw. der Privatambulanz zur Verfügung. Terminvereinbarung bitte unter
Hochschulambulanz
+49 6841 - 16 - 24412
Privatambulanz
+49 6841 - 16 - 24400
Wir bitten Sie, vorhandene Befunde früherer Nervenmessungen sowie bildgebender Untersuchungen zu Ihrem Termin mitzubringen. So können wir Ihre Situation bestmöglich beurteilen und eine gezielte Behandlung planen.
Forschungsschwerpunkte
Wissenschaftlicher Schwerpunkt der neurochirurgischen Universitätsklinik des Saarlandes ist die Entwicklung und Erforschung von Neuroendoskopie-Systemen im gesamten Spektrum der Neurochirurgie.
Prof. Dr. med. Joachim Oertel war maßgeblich und namensgebend an der Entwicklung der tubulären Endoskopie-Systeme EasyGO! und EasyGO! II der Karl Storz GmbH beteiligt. Seine Expertise im Bereich der endoskopischen Wirbelsäulenchirurgie spiegelt sich in zahlreichen hochrangigen Publikationen in internationalen Fachzeitschriften wider.
Die Durchführung prospektiver und retrospektiver klinischer Studien trägt durch die kontinuierliche Verbesserung der Operationsverfahren zur Erhöhung der Patientensicherheit bei. Durch die Evaluation der angewandten Techniken und der auftretenden Komplikationen können die Indikationsstellung für den Einsatz der Endoskopie sowie das Komplikationsmanagement stetig optimiert werden. Aktuell laufende Studien umfassen beispielsweise die Analyse der Erfolgsraten endoskopischer Operationen von Synovialzysten im Bereich der Lendenwirbelsäule sowie endoskopischer dorsaler Foraminotomien im Bereich der Halswirbelsäule.
Im Bereich der Neuroendoskopie bei Kopfoperationen liegt der Schwerpunkt auf der Evaluation minimal-invasiver Eingriffe an den Hirnkammern. Dies betrifft sowohl die Verbesserung der Behandlung hydrozephaler Erkrankungen als auch innovative Ansätze bei Tumoroperationen und Eingriffen im Bereich der hinteren Schädelgrube. Laufende Studien umfassen unter anderem die retrospektive Auswertung endoskopischer Therapien von Arachnoidalzysten, endoskopischer Therapieoptionen inklusive der Drittventrikulostomie bei malignen Grunderkrankungen sowie die Erprobung eines konfokalen Laser-Endomikroskops in der Diagnostik von Hirntumoren.
