Pulmonale Endarteriektomie (PEA)
In ca. 1-4 % der Fälle kommt es nach einer Lungenembolie zu einer inkompletten Auflösung der Thromben. Die Gerinnsel werden in Narbengewebe umgewandelt und kleiden die Lungengefäße von innen aus. Durch diese narbigen Verwachsungen mit der Gefäßwand kommt es letztlich zum Verschluss der kleineren Lungenarterien mit Behinderung des Blutflusses und zur Erhöhung des Blutdruckes im Lungenkreislauf. Dieser Mehrbelastung hält die rechte Herzkammer langfristig nicht stand, und es entsteht eine Rechtsherzschwäche. Zudem gelangt wegen der verschlechterten Lungendurchblutung weniger Sauerstoff in das arterielle Blut. Abnahme der Leistungsfähigkeit, Luftnot bei Belastung oder schon in Ruhe sind die Folge.
Die sogenannte Pulmonale Endarteriektomie (PEA) ist eine Operation, bei der das mit der Gefäßwand verwachsene obstruierende Narbengewebe ausgeschält wird. Die Lungenstrombahn wird wiedereröffnet, der Druck gesenkt und somit die Belastung des rechten Herzens vermindert. Diese Operation wird weltweit nur in einigen wenigen Zentren angeboten, die über hinreichende Expertise mit diesem komplexen Eingriff verfügen.
Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt. Das Brustbein wird längs durchtrennt und das Herz nach Anschluss an die Herz-Lungen-Maschine vorübergehend ruhiggestellt. Die Tätigkeit von Herz und Lungen wird nun komplett von der Herz-Lungen-Maschine übernommen, die Lungengefäße sind nun weniger durchblutet und die Lungenarterien können nun zentral eröffnet werden. Die narbigen Veränderungen werden dann bis in die ersten Gefäßabgänge hinein abgelöst.
Aufgrund der besonderen Gefäßversorgung der Lunge mit Blutzufluss direkt aus der Aorta strömt trotz des Anschlusses an die Herz-Lungen-Maschine jedoch immer wieder Blut in die Lungengefäße und behindert die Sicht des Operateurs. Um den entscheidenden Schritt der Operation - die Ausschälung der Lungenstrombahn bis in die Peripherie - durchführen zu können, ist es notwendig, die Herz-Lungen-Maschine für Phasen von maximal 20 Minuten pro Seite auszuschalten, um in einem blutfreien OP-Feld optimal arbeiten zu können. Zum Schutz der Organe – im Besonderen des Gehirns - wird daher die Körpertemperatur mit dem Anschluss an die Herz-Lungen-Maschine auf 18°C gesenkt. Sobald das Ausschälen der Lungengefäße erfolgt ist, beginnt dann die Wiedererwärmung auf 37°C. Nach Entwöhnung von der Herz-Lungen-Maschine und Verschluss des Brustkorbes erfolgt dann die Verlegung auf die Intensivstation, wo Herz- und Kreislauffunktion überwacht und stabilisiert wird. Die künstliche Beatmung wird zunächst fortgeführt – nach Stabilisierung von Herz- und Kreislauffunktion kann dann jedoch der Beatmungsschlauch entfernt werden.