Serie Pflegeportraits - Carina Fickinger: „Ich liebe Pflege!“

Pflegefachkraft vor Klinikgebäude
Laura Glücklich/ UKS

Dass Pflege absolut „ihr Ding“ ist, merkt man Carina Fickinger sofort an. Sie hat am UKS 2023, im ersten Jahrgang die generalistische Pflegeausbildung absolviert, dann die Weiterbildung zur Praxisanleiterin abgeschlossen und arbeitet nun als stellvertretende Stationsleitung im onkologischen Bereich. Die Vielseitigkeit und Vielfältigkeit des Berufsfeldes bringt sie klar auf den Punkt: „Was wir in der Pflege täglich leisten, das ist wirklich mehr als nur dieses stupide Klischee vom ‚Hintern abwischen‘. Es ist einfach viel, viel mehr.“ Carina Fickinger findet daher sehr gut, dass die neuen Definitionen des Internationalen Pflegerats genau diese Aufgabenvielfalt abbilden. Und die Pflege als Profession definiert, in der hervorragend ausgebildete und professionelle Pflegefachkräfte wie sie und die Kolleginnen und Kollegen am UKS arbeiten. „Früher war es halt so: jeder kann Pflege und man macht es einfach.“ Die stärkere Betonung der Profession empfindet sie daher als eine Aufwertung des Berufsfeldes.

Mit der Pandemie sei die Anerkennung zwar gestiegen, was zwar ein guter Schritt gewesen sei, alleine aber noch nicht ausreiche. Carina Fickinger bemängelt, dass es Politik und Öffentlichkeit doch noch oft am detaillierten Einblick in das Berufsfeld fehle. Auch privat höre sie oft ein ‚Das könnte ich nicht!‘. Wenn sie dann aber von ihrem Beruf erzähle, seien viele überrascht, wie vielfältig dieser ist. Vor diesen Erfahrungen sieht sie den Bedarf, die Pflege auch weiterhin stärker ins Bewusstsein der Gesellschaft zu bringen. Und dabei könnten die Neudefinitionen helfen. Dabei gibt sie allerdings zu bedenken, dass auch viele Kolleginnen und Kollegen die neuen Definitionen noch nicht wirklich bewusst wahrgenommen hätten.

Carina Fickinger hat großes Interesse daran, sich weiterzubilden und vielleicht auch ein Studium zu absolvieren. Für viele Pflegekräfte sei das aber durchaus herausfordernd. Es gebe zwar Stipendien, aber eben auch kostenpflichtige Angebote. Ein Fernstudium neben einem Vollzeitjob zu absolvieren, sieht sie als extrem anspruchsvoll. Dennoch schätzt sie die Möglichkeiten, die ihr Beruf bietet: „Die Weiterbildungsmöglichkeiten sind schon toll. Man kann in alle Richtungen etwas machen.“

Dass in den neuen Definitionen auch der Zugang zu Gesundheitsversorgung thematisiert wird, begrüßt sie ebenfalls. Kriegsflüchtlingen eine angemessene Versorgung anzubieten, sieht sie als ein aktuelles Beispiel dafür. Sie spricht sich deutlich gegen die Kommerzialisierung im Bereich der Gesundheitsversorgung aus: „Ein Krankenhausbetrieb sollte zwar wirtschaftlich, aber eben nicht auf Gewinnmaximierung aus sein.“

Besonders gut findet die junge Pflegekraft, dass die neuen Definitionen einerseits die Autonomie, andererseits aber auch die Teamarbeit betonen. Der Arzt sei eben nicht ihr Chef, sondern der Kollege der anderen Berufsgruppe, mit dem sie zusammenarbeitet. Die gemeinsame Arbeit funktioniere aber gerade in ihrem Bereich hervorragend: „Wir kommunizieren auf Augenhöhe. Wir sind gleichberechtigt und das funktioniert bei uns auf der Station super.“