Serie Pflegeportraits - Regina Bernhardt: „Pflege geht uns alle etwas an.“

Pflegefachkraft am Stationsstützpunkt

Schon als Teenager wollte Regina Bernhardt später einmal im sozialen Bereich arbeiten. Sie hat diesen Gedanken weiterverfolgt und schließlich 2013 eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin abgeschlossen. Im gleichen Jahr hat sie am UKS begonnen, arbeitet heute nach ihrer Elternzeit in Teilzeit auf einer internistischen Station. „Dort gibt es einen speziellen gastroenterologischen Bereich und eine sogenannte Kurzliegerstation, auf der Menschen mit Erkrankungen aller internistischen Fachbereiche versorgt werden“, beschreibt Regina Bernhardt. „Die fachübergreifende Pflege war anfangs herausfordernd, ist jedoch sehr interessant.“

Für sie steht fest: „Pflege geht uns alle etwas an.“ Unabdingbar, wenn es um den Heilungsprozess geht, sei es in Krankenhäusern oder auch bei der Pflege von Angehörigen. „Die Pflegetätigkeit ist ein extrem wichtiger Bestandteil des ganzen Prozesses. Umso wichtiger ist es, Pflege und Pflegefachkräfte in allen Einrichtungen zu stärken, zu unterstützen und wertzuschätzen.“ Die Neudefinition empfindet sie als Notwendigkeit. „Wir sind alle Teil einer hochqualifizierten und evidenzbasiert fundierten Berufsgruppe im heutigen Gesundheitssystem. Mit den Jahren ist die Verantwortung von Pflegefachkräften gestiegen, so dass sich Pflege zu einer wichtigen Profession entwickelt hat und auf Augenhöhe mit anderen Berufsgruppen fungieren kann.“ Von der neuen Entwicklung wünscht sie sich eine Aufwertung des Berufsstandes. „Wir werden als das definiert, was wir sind: Wichtig und professionell. Ich hoffe, die Definition wird dabei helfen, dass wir von der Gesellschaft und Politik stärker wahrgenommen werden.“

Die Arbeit bringe Herausforderungen mit sich, Fachkräftemangel und die steigende Bürokratie führten zu Zeitmangel. „Das übt ständigen Druck auf Pflegekräfte aus, gepaart mit der körperlich anstrengenden Arbeit und dem Schichtdienst.“ Das fordere einen hohen Tribut und führe nicht selten zu Frustration bis hin zu krankheitsbedingten Ausfällen. Leider scheiden viele Pflegefachkräfte deswegen auch früher aus dem Berufsleben aus.

Dennoch habe die Arbeit viele positive Aspekte für sie. „Wir sind Vertrauenspersonen, oft ‚am Bett‘ und begleiten die Menschen auf ihrem Weg. Die Arbeit als Pflegeperson ist für mich sinnvoll und erfüllend.“ Das Arbeiten im Team und die Möglichkeit der Weiterentwicklung durch Fort- und Weiterbildung oder auch Studium bewertet Regina Bernhardt ebenso positiv. Und ein einfaches, aufrichtiges ‚Danke!‘ von Patientinnen und Patienten, aber auch von Vorgesetzten sei immer wieder eine Bestätigung, dass sie genau das Richtige tue.

Die neue Definition rette die Pflege vielleicht nicht direkt vor den bekannten Problemen. Aber sie bringe Schwung in die Bewegung. „Pflege wird sich in den nächsten Jahren verändern müssen. Wir dürfen nicht mehr auf dem Stand von vor 50 Jahren pflegen und stets zeigen, dass sich der Beruf weiterentwickeln kann.“